Kitze, Niederwild und Wiesenbrüter schützen

Die erste Mahd wird jedes Jahr zur Todesfalle für Tausende von Jungtieren. Denn die Ernte fällt mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere zusammen, die in Wiesen und Feldern ihren Nachwuchs sicher wähnen. Doch „Drücken“ schützt vor dem Fuchs und Greifvögeln, aber nicht vor dem Mähwerk.

Das Drohnen-Team der Jägervereinigung Rothenburg o.d.T.

Kitzrettung Mittelfranken

 

Kontakt: Kristof Matthes Tel. 0162-3120722

Johannes Schneider mit Rüde Bobby, Lukas Schneider, Timon Matthes und Kristof Matthes mit Hündin Io

Wir arbeiten mittlerweile mit zwei Drohnen der neuesten Generation

 

Das Wildrettungssystem findet schnell und sicher Kitze, aber auch junge Hasen und Bodenbrüter. Landwirte können ihre Wiesen ohne Unterbrechung und ohne Zeitverlust mähen.
Das ist ein großer Vorteil, denn die Landwirte stehen bei der Grünlandmahd meist unter hohem Zeitdruck.

Rehkitz- und Bodenbrüter Rettung

Es ist 04:00 Uhr, der Wecker klingt. Die beste Zeit, um Rehkitze und Bodenbrüter in den Wiesen vor dem Mähtod zu retten.

Warum?

In den frühen Morgenstunden, sind die Wiesen kalt, aber die Tiere, die in den Wiesen liegen sind warm. Je größer der Temperatur unterschied, desto besser kann man sie mit der Wärmebilddrohne aufspüren im hohen Gras.

Wir bekommen, wenn‘s gut läuft einige Tage vorher Bescheid vom Landwirt oder vom Jäger. Wenn der Landwirt selber anruft, bitte wir Ihnen, dieses mit seinem Jagdpächter abzusprechen, da dieser auch zum Abfliegen vor Ort sein sollte.

Wir machen einen Treffpunkt am Mähtag für 04:30 Uhr aus. Wichtig, ist, dass die abgesuchten Wiesen kurz nach dem Überflug gemäht werden. Wir machen es mittels neuester Drohnentechnik. Diese haben wir von „Waidgerechter Jagd“ am Vatertag 2021, pünktlich zur Beginn der Mähsaison überreicht bekommen. Es handelt sich im die DJI Mavic 2 Enterprise Advanced. Diese besitz eine sehr gute Wärmebildkamera mit 640×512 px Sensor.

Wir treffen am Treffpunkt ein und fahren dann in Kolone zur ersten Wiese. Dort angekommen, packen wir die Drohne aus und schalten die Fernbedienung ein. Danach schalten wir die Drohne ein und gehen unsere Checkliste für den Drohnenflug durch.

Der Pilot startet die Drohne und lässt diese im 1m Höhe schweben. Dort kontrolliert er die Funktionsfähigkeit der Steuerung. Dann ist es so weit, der Pilot lässt die Drohne auf ca. 80m- 100m steigen und gibt das ok zum Absuchen. Die 2. Person schaut auf das Display und der Pilot fliegt die Wiese mit Kontrolle des Luftraumes und Sicht auf die Drohne ab. Wenn die 2. Person etwas entdeckt, geht der Pilot herunter, auf ca. 25-30m. Dann wird an die Wärmequelle heran gezoomt und man kann die weißen Flecken der Kitze erkennen. Auch die anderen Bodenbrüter sind gut erkennbar.

Jetzt ist der Jagdpächter gefragt, mit Einmalhandschuhen und Grasbüschel, auf dem Weg zum Kitz. Dieses behalten wir mit der Drohne im Blick. Der Jagdpächter legt es dann unter einen Korb (z.b. Wäschekorb, Gartenkorb) an den Waldrand. Nachdem der Landwirt die Wiese gemäht hat, lässt der Jagdpächter das Kitz wieder frei.

Mit dieser Methode haben wir im Zeitraum vom 18.05.21 bis zum 10.06.21 bereits 103 Kitze vor dem Mähtod retten können.

Wenn die Bauern im Frühjahr mit der Feldarbeit und dem Wiesenschnitt beginnen, fallen den riesigen Maschinen bundesweit jedes Jahr hunderttausende von Rehkitzen, kleinen Hasen und Bodenbrütern zum Opfer. Allein mehr als 90.000 Rehkitze werden jährlich bei der ersten Grünlandmahd grausam verstümmelt oder getötet.

Das Problem: Der Drückinstinkt in Kombination mit der immer intensiver werdenden Landwirtschaft!

Die Jungtiere laufen auch bei großer Gefahr nicht weg, sondern drücken sich instinktiv in ihr Versteck. Zusätzlich fahren Maschinen mit einer Arbeitsbreite bis zu 14 Metern und einer Geschwindigkeit von bis zu 20 Kilometern pro Stunde über die Felder. Selbst ältere Tiere haben oftmals keine Chance mehr und werden vom Mähwerk erfasst.

Ein Problem ist das auch für die Landwirte selbst, denn sie verstoßen gegen das Tierschutzgesetz, wenn sie Jungtiere bei der Mahd verstümmeln oder töten, ohne im Vorfeld versucht zu haben, dieses Tierleid zu verhindern. Es drohen hohe Strafen.

So geht’s richtig – Tipps für den Landwirt

Fahrtgeschwindigkeit: Auf “Risikoflächen” Geschwindigkeit anpassen oder verringern.

Mähstrategie: Beim Grünlandschnitt sollte die Wiese von innen nach außen gemäht werden, damit auch ausgewachsene Tiere während der Mahd noch die Möglichkeit zur Flucht haben.

Schnitthöhe: Je höher der Schnitt, desto geringer sind die Verluste bei den Jungtieren, die sich auf den Boden drücken und bei Bodenbrütern. Es hat sich eine Schnitthöhe von 15 bis 20 Zentimetern in der kritischen Aufzuchtzeit bewährt.

Vergrämung: Wildscheuchen, akustische Wildretter und Absuche mit Hunden

 

Schnell und gründlich – ideal für den überbetrieblichen Einsatz

Der Wildtierretter aus der Luft arbeitet mit einer Wärmebildkamera. In nur wenigen Minuten wird die ganze Wiese ohne Unterbrechung abgesucht. Dieses sollte nach Möglichkeit in den frühen Morgenstunden erfolgen.

Rehkitzretter finden

Kitzrettung Mittelfranken Kontakt: Kristof Matthes Tel: 0162-3120722

https://www.deutschewildtierstiftung.de/naturschutz/reh-stoppt-den-maehtod

Es haben sich mittlerweile überregional viele Gruppen und Vereine gegründet, die in Zusammenarbeit mit den Jagdpächtern vor Ort alljährlich Landwirten bei der Rehkitzsuche helfen. Landwirte können sich über Jäger und – größtenteils – ehrenamtliche Helfer Unterstützung holen.

Ein guter Draht zwischen Landwirten, Jägern und Helfern ist der Schlüssel zum Erfolg, um den Mähtod zu stoppen. Für die Wildtiere ist es überlebenswichtig, dass der Bewirtschafter den Termin der Mahd so früh wie möglich bekannt gibt.

Suchen Sie als Landwirt Helfer bei der Rehkitzrettung auf Ihren Flächen?

Dann werden Sie auf der Rehkitzretter-Karte der Deutschen Wildtierstiftung, die sie auf ihrer Homepage anbietet, vielleicht fündig! Sie bietet auch die Möglichkeit, sich als Rehkitzretter-Team in die interaktive Karte einzutragen.