Kitze, Niederwild und Wiesenbrüter schützen

Die erste Mahd wird jedes Jahr zur Todesfalle für Tausende von Jungtieren. Denn die Ernte fällt mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere zusammen, die in Wiesen und Feldern ihren Nachwuchs sicher wähnen. Doch „Drücken“ schützt vor dem Fuchs und Greifvögeln, aber nicht vor dem Mähwerk.

Wenn die Bauern im Frühjahr mit der Feldarbeit und dem Wiesenschnitt beginnen, fallen den riesigen Maschinen bundesweit jedes Jahr hunderttausende von Rehkitzen, kleinen Hasen und Bodenbrütern zum Opfer. Allein mehr als 90.000 Rehkitze werden jährlich bei der ersten Grünlandmahd grausam verstümmelt oder getötet.

Das Problem: Der Drückinstinkt in Kombination mit der immer intensiver werdenden Landwirtschaft! Die Jungtiere laufen auch bei großer Gefahr nicht weg, sondern drücken sich instinktiv in ihr Versteck. Zusätzlich fahren Maschinen mit einer Arbeitsbreite bis zu 14 Metern mit einer Geschwindigkeit von bis zu 20 Kilometern pro Stunde über die Felder. Selbst ältere Tiere haben oftmals keine Chance mehr und werden vom Mähwerk erfasst.

Ein Problem ist das auch für die Landwirte selbst, denn sie verstoßen gegen das Tierschutzgesetz, wenn sie Jungtiere bei der Mahd verstümmeln oder töten, ohne im Vorfeld versucht zu haben, dieses Tierleid zu verhindern. Es drohen hohe Strafen.

So geht’s richtig – Tipps für den Landwirt

Fahrtgeschwindigkeit: Auf “Risikoflächen” Geschwindigkeit anpassen oder verringern.

Mähstrategie: Beim Grünlandschnitt sollte die Wiese von innen nach außen gemäht werden, damit auch ausgewachsene Tiere während der Mahd noch die Möglichkeit zur Flucht haben.

Schnitthöhe: Je höher der Schnitt, desto geringer sind die Verluste bei den Jungtieren, die sich auf den Boden drücken und bei Bodenbrütern. Es hat sich eine Schnitthöhe von 15 bis 20 Zentimetern in der kritischen Aufzuchtzeit bewährt.

Vergrämung: Wildscheuchen, akustische Wildretter und Absuche mit Hunden

Das Drohen-Team der Jägervereinigung Rothenburg o.d.T.

Johannes Schneider mit Rüde Bobby, Lukas Schneider, Timon Matthes und Kristof Matthes mit Hündin Io

Das Wildrettungssystem findet schnell und sicher Kitze, aber auch junge Hasen und Bodenbrüter. Landwirte können ihre Wiesen ohne Unterbrechung und ohne Zeitverlust mähen.
Das ist ein großer Vorteil, denn die Landwirte stehen bei der Grünlandmahd meist unter hohem Zeitdruck.

Schnell und gründlich – ideal für den überbetrieblichen Einsatz

Der Wildtierretter aus der Luft arbeitet mit einer Wärmebildkamera. In nur wenigen Minuten wird die ganze Wiese ohne Unterbrechung abgesucht. Dieses sollte nach Möglichkeit in den frühen Morgenstunden erfolgen.

Rehkitzretter finden

https://www.deutschewildtierstiftung.de/naturschutz/reh-stoppt-den-maehtod

Es haben sich mittlerweile überregional viele Gruppen und Vereine gegründet, die in Zusammenarbeit mit den Jagdpächtern vor Ort alljährlich Landwirten bei der Rehkitzsuche helfen. Landwirte können sich über Jäger und – größtenteils – ehrenamtliche Helfer Unterstützung holen.

Ein guter Draht zwischen Landwirten, Jägern und Helfern ist der Schlüssel zum Erfolg, um den Mähtod zu stoppen. Für die Wildtiere ist es überlebenswichtig, dass der Bewirtschafter den Termin der Mahd so früh wie möglich bekannt gibt.

Suchen Sie als Landwirt Helfer bei der Rehkitzrettung auf Ihren Flächen?

Dann werden Sie auf der Rehkitzretter-Karte der Deutschen Wildtierstiftung, die sie auf ihrer Homepage anbietet, vielleicht fündig! Sie bietet auch die Möglichkeit, sich als Rehkitzretter-Team in die interaktive Karte einzutragen.