Jägervereinigung Rothenburg sprach über Schwarzwild und Internes

ROTHENBURG – Die Mitglieder der Jägervereinigung Rothenburg trafen sich im Gasthaus „Zum Ochsen“ zu ihrer Jahreshauptversammlung. Neben dem Rückblick auf das vergangene Jahr samt Berichten der Obmänner und Neuigkeiten aus dem Präsidium stand auch der öffentlichkeitswirksame Höhepunkt der bayerischen Jäger im kommenden Jahr auf der Tagesordnung: der Landesjägertag in Rothenburg.

Johannes Schneider, Vorsitzender der Jägervereinigung Rothenburg, ergriff nach der standesgemäßen Einstimmung durch die Jagdhornbläser das Wort und informierte die Anwesenden zunächst über den Austausch mit Behörden und anderen Vereinigungen. So wurde jüngst bei einem Treffen mit dem Bayerischen Bauernverband die Schwarzwildproblematik angesprochen.

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Johannes Schneider (re.) ehrt Johann Dürr.

In den vergangenen Jagdsaisonen ist die Schwarzwildstrecke in Bayern stetig gestiegen. Das vermeintliche Rekordjahr 2014/2015 mit einer Strecke von 1463 Tieren wurde im Jagdjahr 2015/2016 noch einmal um 15 Prozent übertroffen (Strecke: 1687). Dennoch hielten sich die Schäden in Grenzen, so laut Johannes Schneider der Tenor auf dem Treffen. Auch wenn das der jeweilige Betroffene wohl etwas anders sieht. Momentan sei die Situation eher ruhig, was auch daran liegt, dass man mit der Zeit dazulerne, erklärte der Vorsitzende. Ein weiteres wichtiges Thema sind die Maisjagden, die man immer häufiger sieht. „Sie sind nicht ganz ohne“, warnt Johannes Schneider.

Zum einen werden sie oft schnell organisiert, dann steht der Jäger dabei auf dem Boden und es muss ebenfalls darauf geachtet werden, dass mögliche Schaulustige oder Teilnehmer im Straßenverkehr nicht zu Schaden kommen. Was die Vegetationsgutachten betrifft, auf deren Basis die Jagdpläne erstellt werden, rät Johannes Schneider dazu, mit dem jeweiligen Besitzer einen Waldbegang zu machen, da dies die Realität zeige und die „Situation entschärft“.

Hermann Kosian berichtete in seiner Funktion als Obmann für das Schießwesen, dass sich der Zuspruch für den Schießstand im Ruhbachtal bei Gattenhofen „im guten Rahmen“ halte. Die neu angeschaffte Waffe habe weitere „Gäste“ zu der Anlage gebracht. Als Obfrau für die Presse führte Eva Braun an, welche Berichte und Ankündigungen zu den verschiedenen Veranstaltungen und Jagdthemen in der lokalen und regionalen Presse erschienen sind. Nach außen hin wird die Jägervereinigung maßgeblich durch die Jagdhornbläser repräsentiert.

Obmann Gernot Fohrer erklärte, dass man bei fünf Geburtstagen und vier Beerdigungen spielte. Zudem sei man beim Umzug anlässlich des Geslauer Gemeindejubiläums mitgelaufen. Zusammen mit Mitgliedern des Hegerings habe man ein „gutes Bild“ für die Jägervereinigung abgegeben.

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Standesgemäßer Auftakt der Versammlung mit den Jagdhornbläsern der Jägervereinigung, die sich schon auf die Hubertusmesse freuen. Fotos: mes

Auch der beste Bläseranzug unterliegt dem natürlichen Verschleiß. Um weiter würdige Repräsentanten der Vereinigung zu sein, bekommen die Jagdhornbläser in Kürze – nach immerhin 18 Jahren – ein neueres Modell, das „ganz anständig ausschaut“, wie der Obmann findet. Die Kosten von 500 Euro pro Anzug werden bezuschusst. Im Vorstand sei beschlossen worden, jeweils 250 Euro beizusteuern, ergänzte Vorsitzender Johannes Schneider. Die nächsten Auftritte hat die Gruppe an diesem Freitag beim Regionalbuffet „ Wild, Fisch und Kartoffel“ im Gasthof Linden (ab 11.30 Uhr) sowie bei der Hubertusmesse am folgenden Tag (Samstag, 29. Oktober) um 19 Uhr in der St. Andreas-Kirche in Leuzenbronn.

Im Bereich Hundewesen konnte eine Neugründung verkündet werden. Seit Mai dieses Jahres gibt es die „Stöberhundgruppe Frankenhöhe“, die sich der Ausbildung von Jagdhunden annimmt. Bislang gibt es 15 vierbeinige Lehrlinge und etwa 17 zweibeinige Mitglieder. „In jedem Revier sollte ein brauchbarer Jagdhund vorhanden sein“, unterstützte Johannes Schneider das Anliegen dieser Gruppe um Vorsitzenden Heiko Stettner.

Nicht mehr ganz so neu in der Jägervereinigung sind eine Reihe von Herren, die für ihre langjährige Vereinstreue geehrt wurden. So gehört Gerhard Glock seit 40 Jahren und Wolfgang Schulist seit 50 Jahren der Vereinigung an. Für ihre 25-jährige Mitgliedschaft wurden außerdem Günter Hufnagel, Karl Kreitschel, Wilfried Baumann, Herbert Wittmann und Johann Dürr, der als einziger persönlich Urkunde und Treuenadel entgegennehmen konnte, geehrt.
Schatzmeisterin Stefanie Friedlein legte ein geordnetes Zahlenwerk vor. Gesamteinnahmen von etwa 13271 Euro standen dabei Ausgaben von zirka 16255 Euro gegenüber. Das Minus lässt sich mit kostenintensiven Anschaffungen sowie mit Renovierungsmaßnahmen erklären. Die Beiträge der 183 Mitglieder spülen 11451 Euro in die Kasse. Die größten Ausgabenposten sind die Mitgliedschaft im Bayerischen Jagdverband (7480 Euro) und Versicherungsbeiträge (2355 Euro). Für den Schießstand wurden 2285 Euro aufgewendet. Letztlich verfügt die Vereinigung über ein Gesamtguthaben von 18340 Euro.

Klaus Haag und Johann Dürr haben die Bücher geprüft und letzterer bescheinigte eine „saubere und ordentliche Buchführung“. Die Vorstandschaft wurde entlastet. Außerdem musste ein neuer Beisitzer gewählt werden. Einstimmig wurde Mathias Geim mit diesem Amt betraut.

Auf eine Bewerbung der Jadgvereinigung Rothenburg hin, wird die Tauberstadt Ende März 2017 Austragungsort des Landesjägertags sein. Veranstalter ist aber der Bayerische Landesjägerverband. Über drei Tage hinweg werden auf Jägerabend, in etwa zehn Fachausschüssen, beim Bläserkonzert auf dem Marktplatz, in der Landesversammlung, bei Festabend und Hubertusmesse, die jagdliche Tradition hochgehalten, gefeiert und fachlich diskutiert. Mit der Stadt habe bislang eine „hervorragende Zusammenarbeit“ stattgefunden, um die verschiedenen Veranstaltungsorte auszuwählen und ein mögliches Rahmenprogramm zusammenzustellen, so Johannes Schneider.

Jürgen Weißmann, Mitglied des Präsidiums und Regierungsbezirksvorsitzender von Mittelfranken, griff im Anschluss Themen auf, die die Jägerschaft im Allgemeinen betrifft. So werden wohl auf den Verband angesichts der jüngsten Ereignisse in Georgensgmünd erneut Diskussionen über das Waffenrecht zukommen. Kritisch sieht er außerdem die steigenden Kosten für die Fleischbeschau. Im Landkreis Ansbach betragen diese 13,90 Euro, was sich beispielsweise „bei Frischlingen nicht rechnet“. Wenig einheitlich seien auch die Gebühren für die Verkehrswegesicherheit bei Drückjagden. Sein Vorschlag: Eine Pauschalgenehmigung für das gesamte Jahr. Vorsitzender Johannes Schneider schloss die Sitzung mit einem „Weidmannsheil“ für die Herbst- und Winterjagdsaison. mes